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Richtig entschlacken

by Stefan Kutter on 29. Juli 2013

Nach der Definition von Dr. Jentschura, einem auf Naturheilkunde spezialisierten Mediziner, sind Schlacken insbesondere neutralisierte Säuresalze, die überwiegend im Bindegewebe eingelagert und vom produktiven Stoffwechsel mittels einer Barriere aus Wasser und Fett isoliert werden. Hinzu kommen weitere eigentlich entsorgungspflichtige Stoffe, die vom Körper mangels Entsorgungs- oder Neutralisierungskapazität in verschiedene Gewebe und Oberflächen ein- bzw. abgelagert werden. Leider hat sich diese Erkenntnis noch nicht in der Breite durchgesetzt.

Die Relevanz von Stoffablagerungen oder Übersäuerungen ist umstritten und die öffentliche Diskussion darüber ist emotional aufgeladen. In öffentlichen Stellungnahmen heißt es dann beispielsweise, dass bei gesunden Menschen, die ausreichend Obst und Gemüse und wenig Fleisch konsumieren, nicht mit einer dauerhaften Übersäuerung zu rechnen sei. Da mag man sich fragen: was ist mit denen, die nicht immer die empfohlenen 6 bis 9 Portionen Gemüse täglich gefuttert haben, weil das einfach nicht praktikabel ist, und die eben nicht mehr voll gesund sind, um die Säurelast der Ernährung und Lebensweise zu puffern – gibt es für diejenigen noch etwas anderes als Medikamente?
Viele Ärzte stellen sich diese Frage offenbar nicht – sie unterstellen vielmehr, dass die komplexen Regulationsmechanismen für den Säure-Basen-Haushalt IMMER ausreichend funktionieren und folglich Gedanken über Entgiftung, Entschlackung und Entsäuerung völliger Humbug seien, außer vielleicht bei Diabetespatienten.

Die Ernährungslehre steht im allgemeinen Medizinstudium gewöhnlich weit hinter der Medikamentenlehre.

Weil die Frage nach der Notwendigkeit und der richtigen Durchführung einer Entschlackung jedoch so entscheidend ist, können wir nicht einfach abwarten, bis die Vertreter der verschiedenen Disziplinen zu einem hilfreichen Konsens gelangt sind. Wir brauchen jetzt überzeugende Lösungen.

Wenn Sie einen Gesundheitsexperten nach den Ursachen von Gicht fragen, wird er Ihnen wahrscheinlich die Reizung der Gelenkknorpel durch Kristalle der Harnsäure bzw. deren Salze erklären. Die Anwesenheit dieser Kristalle beeinträchtigt die Gelenkfunktion und erzeugt Entzündungen, weswegen das Gelenk schmerzt, anschwillt und steifer wird.
Ein Arzt wird wahrscheinlich zur Abhilfe ein Medikament gegen Schmerzen und Entzündung aufschreiben. Zur weiteren Linderung und Prävention wird er wahrscheinlich raten, den Verzehr von Purinen aus Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchten zu verringern und empfehlen, mehr Wasser zu trinken und auf Alkohol zu verzichten.

Wie kann es sein, dass eine Säure beispielsweise in Gelenken so hoch konzentriert vorkommt, dass sie derartige Probleme verursachen kann – wo doch der Körper über ein solch unfehlbares Ausgleichssystem verfügt?

Hier ein Erklärungsansatz: Harnsäure ist ein natürliches, entsorgungspflichtiges Abfallprodukt insbesondere aus den Purinen besonders eiweißhaltiger Nahrungsmittel. Bei Gichtneigung sind offenbar die zuständigen Entsorgungsorgane (hier insbesondere die Nieren) überlastet, die Vorräte wichtiger Hilfsstoffe zur Ausscheidung (Basenmineralien) erschöpft und ggf. die Zwischenlager (Bindegewebe) überfüllt, sodass irgendwann der Stoff in Gelenken und Harnwegen kristallisiert.

Die Nieren sind auch für die Entsorgung anderer Säuren zuständig. Dies geschieht vor allem nachts. Tagsüber wird ein Teil der anfallenden Säuren im Bindegewebe zwischengespeichert. Nachts, wenn wir nicht leistungsfähig sein müssen, werden die Säuren dann wieder freigeschwemmt und über die Nieren ausgeschieden, was am Morgenurin deutlich zu sehen und manchmal sogar zu spüren ist.

Der Säuregrad des Urins ist nachweislich begrenzt und schon deshalb ist auch die Entsorgungskapazität des Körpers für Säuren begrenzt. Weitere limitierende Faktoren sind verfügbare Wassermenge, Hilfsstoffe zur Neutralisierung, für Transport und Ausscheidung und natürlich auch die Regenerationszeit. Der pH-Wert des Blutes MUSS innerhalb eines engen Bereiches ab 7,35 liegen, damit wir voll leistungsfähig sein können. Wenn also die Säuren nachts nicht ausreichend entsorgt wurden und wir morgens statt Wasser lieber Kaffee, Getreideprodukte und stark Eiweißhaltiges zu uns nehmen und mit Bewegung geizen, bekommen wir langsam, aber sicher ein chronisches Schlackeproblem. Unser Körper versucht das Problem kreativ zu lösen, die Nieren sind nicht die einzigen Wege für den Abtransport der Schlacken. Hier einige Strategien der notgedrungenen Abfallbeseitigung:

Wenn die normale Müllabfuhr überfordert, die Müllproduktion aber in vollem Gange ist: wohin mit dem Müll?
1. Unter den Teppich kehren – das Bindegewebe unter der Haut hat beispielsweise viel Platz. „Orangenteppich-Strategie“ wäre ein passender Name.
2. Aus dem Fenster gießen: stärkeres Schwitzen ist ein möglicher Ausscheidungsweg für wasserlöslichen Abfall. Außerdem können Schleimhäute mehr Sekret abgeben, die Haut mehr Hornhaut produzieren und ggf. abschuppen und fettlöslicher Abfall kann über vermehrten Hauttalg abgegeben werden.
3. Verbrennen: wenn Schweiß, Schleim und Talg nicht mehr genug abtransportieren können, dann wird Abfall an geeigneter Stelle oder an der Oberfläche ENTZÜNDET.
4. Auffressen lassen: es werden Abfallbeseitiger angesiedelt oder toleriert, die zumindest die überschüssigen Rohstoffe auffressen bzw. verstoffwechseln. Diese Strategie läuft schnell aus dem Ruder – es drohen Parasitenplagen und Infektionen.
5. Innen ablagern: das Gefäßsystem bietet viel Platz für überschüssige Fette und Kalk, andere Stoffe verfestigen sich zu Schlamm, Grieß oder Kristallen bis hin zu Steinen nicht zu vergessen sind alle Stoffwechselendprodukte, die mangels Abfuhr in den Zellen oder im Zellzwischenraum (Lymphe) verbleiben. Die Zellen eines überlasteten Körpers schwimmen quasi in ihrem eigenen Dung und sind selbst voll davon. Wie attraktiv und leistungsfähig kann denn die Gesamterscheinung dieser Zellgemeinschaft sein?

Allein die Blutgefäße bieten auf über 1000 km Länge ganze 50 m² Oberfläche zum Abladen. Spätestens wenn diese Flächen tatsächlich als Halde genutzt werden, beginnt die Karriere im Metier der fatalen Zivilisationskrankheiten. Da sind Orangenhaut, Schuppenflechten, Entzündungen, Allergien, Candidaplagen etc. noch harmlos – alle können aber direkt mit Fehlverhalten bzw. -ernährung, Entsorgungsproblemen oder einer Säureüberlast in Verbindung gebracht werden. Richtig ist zwar, dass der überwiegende Anteil der Säurelast über die Atmung als Kohlensäure ausgeschieden wird (ein wichtiger Grund für ausreichend Bewegung an frischer Luft). Ebenso richtig ist aber auch, dass überschüssige Säuren zum ernsten Problem im Körper werden können. Auch die mit alkalischen Mineralien wie Kalzium notdürftig neutralisierten Säuren sind problematisch, weil daraus eine Art Löschkalk entstehen kann, Jetzt haben wir eine gute Vorstellung davon, wie wichtig die Pufferfunktion des Bindegewebes ist und wie problematisch ein übermäßiges Freischwemmen der Schlacken werden kann, wenn die Entsorgungsorgane bereits überlastet sind, gleichzeitig aber ein Mangel an Wasser und Mineralien vorliegt.

Zu Entschlacken heißt, den Körper zu befähigen, Problemstoffe aus den Speichern und notdürftigen Ablageorten zu holen UND die Entsorgungsorgane bei der Ausscheidung zu unterstützen. Eine übermäßige Schlackenlösung (im Stufenplan als Entgiftung bezeichnet) kann zu sehr unangenehmen bis fatalen (Rück-)Vergiftungen führen. Dies gilt nicht nur für Säuren, sondern auch für giftige Schwermetalle wie Quecksilber und Cadmium oder organische Gifte wie Lösemittel, die oft in den Fettzellen gespeichert sind. Wichtig ist, stets mehr Entsorgungskapazität für den Abtransport der Stoffe aus dem Körper bereitzustellen als neue Schlackenlösung zu provozieren. Diese Abtransportförderung wird im Stufenplan als Entlastung bezeichnet.

Angesichts dieser Zusammenhänge lässt sich ein guter Teil der Stimmungsprobleme, die Abgeschlagenheit und ggf. Übelkeit von Abnehmenden, Schwangeren, Frühjahrsmüden, Fastenden und sonstig „Freischwemmenden“ als Entgiftungsprobleme bzw. Rückvergiftungen deuten.

Abnehmen ist auch nicht ganz ungefährlich für den Geist: falls die Giftstoffe aus den schmelzenden Fettzellen nicht entsorgt werden können, lagern sie sich am nächstbesten fettreichen Gewebe an: dem Gehirn. Einige Neurologen gehen heute davon aus, dass die Altersdemenz primär auf die zusätzliche Vergiftung des Nervengewebes zurückzuführen ist…

Aus: Erfolgreiche Umstellung auf Vitalkost-Ernährung, Kapitel 2 „Die Kunst der sanften Umstellung“ Einleitung des Unterpunktes „Richtig entschlacken“ aus der Reihe „Topform leicht gemacht“ 

Offenbar zeigt sich gerade an der Diskussion rund um die Themen Entschlackung, Übersäuerung und Entgiftung bzw. Detox, wie irreführend Beiträge in den Leitmedien, Produktwerbungen und sogar Empfehlungen von Ärzten und Ernährungsberatern sein können. Damit sich niemand einfach auf die verbreiteten Meinungen verlassen muss, sondern die Effekte wichtiger Ernährungseinflüsse das Wohlbefinden selbst entdecken kann, habe ich das Topform-Set erstellt, das hier online geordert werden kann.

 

Stefan KutterRichtig entschlacken

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